Die erste Schülergruppe in Begleitung von Sandra Lorenzen hatte Brotteig für den Lehmofen in Lauenburg vorbereitet. Copyright: Thomas Biller
Lauenburg. Im vergangenen Sommer begann endlich der Bau des Lehmofens im Garten der Beratungsstellen des Kirchenkreises am Hohlen Weg in Lauenburg. Seit dem letzten Erntedankfest wird der Ofen regelmäßig angefeuert und der Brotofen-Club Lauenburg sorgt für den Duft von Holzfeuer und frischem Brot in der ganzen Altstadt.
Projekt „Wundertüte“
Zu der breit aufgestellten Initiative gehört auch die Lauenburger Tafel, der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, die Kirchengemeinde und die Stadt Lauenburg. Hier im Garten, mit Blick auf die Maria-Magdalenen-Kirche, steht seit einigen Monaten der Lehmofen, der zu einer gemeinsamen Begegnungsstätte erwachsen soll. Im Rahmen einer Projektwoche kamen jetzt die ersten acht Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen fünf, sechs und acht von der Albinus-Gemeinschaftsschule Lauenburg in den Garten. Begleitet wurde die Gruppe von Sandra Lorenzen, pädagogische Mitarbeiterin der Stadt Lauenburg. „Die Schüler konnten ihre Projekte wählen; wir hier sind das Projekt ´Wundertüte´, da wir jeden Tag etwas anderes machen“, erklärte Sandra Lorenzen.
Dreieineinhalb Stunden Vorheizzeit
Empfangen wurde die Gruppe von Andreas Perteck, einem fröhlichen Mann, der sich bereits bei den Planungen der Initiative engagiert hatte. Heute nennt sich das Projekt „Brotofen-Club Lauenburg“. „Ich habe heute noch vor halb sieben angefangen, den Ofen zu heizen“, erklärte Andreas Perteck der kleinen Schülergruppe. Die Kinder hatten am Vortag einen klassischen Sauerteig angesetzt und Laibe geformt, die sie nun, gegen zehn Uhr, unter Aufsicht in den Ofen schieben konnten. 325 Grad zeigte das Thermometer und so dauerte es nur wenige Minuten, bis die kleinen Laibe wieder herausgeholt werden mussten, um nicht zu viel „Röstaromen“ zu entwickeln. „Wir sind der Testlauf“, lachte Sandra Lorenzen.
Lebensmittel selbst herstellen
Ein zweiter Versuch mit Laiben aus einem Quark- / Öl-Teig gelang deutlich besser. Andreas Perteck bezog die Kinder immer wieder in die Abläufe ein. „Ich bin ein Freund von gesunden Lebensmitteln und wir können hier erfahren, wie schwierig und wertvoll es ist, selbst Lebensmittel herzustellen.“
Den Schülerinnen und Schülern machte dieser „Schultag“ offensichtlich viel Freude. „Ich habe noch nie gesehen, wie ein Brot gemacht wird. Das hier zu sehen, ist sehr interessant“, sagte die 14-jährige Rhea, die mit ihrer Zwillingsschwester Dana das noch warme Brot probierte.