Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg St. Marien: Gewinner des Architektur-Wettbewerbs steht fest

Eine prominente Jury hat die Vorschläge für die Neugestaltung von St. Marien zu Lübeck bewertet und einen Sieger ermittelt. Copyright: Bastian Modrow

Lübeck. Während 2025 die umfassende Sanierung des Innenraums der St.-Marien-Kirche in Lübeck beginnt, richtet sich der Blick bereits auf die in einigen Jahren geplante Neugestaltung der liturgischen Mitte des Gotteshauses. Um hierfür eine überzeugende Lösung zu finden, wurde ein Architektur-Wettbewerb ausgelobt. Jetzt stehen die Ergebnisse fest. 

Die Entwürfe - einschließlich des Siegerbeitrags - sind ab sofort in St. Marien zu Lübeck der Öffentlichkeit zugänglich. Die Kosten für die Neugestaltung stehen noch nicht fest und gehören auch nicht zu dem in diesem Jahr beginnenden Sanierungsprozess des Innenraums.

Architektur-Wettbewerb mit hochkarätiger Jury

Der Wettbewerb, der auf die zukünftige Gestaltung des Innenraums abzielt, war mit einer prominenten Jury besetzt. Vertreten waren unter anderem Peter Füssenich, Dombaumeister von Köln, Uta Hassler, Prof. em. am Departement Architektur ETH Zürich, sowie Architekt und Denkmalpfleger Thomas Will, Prof. em. TU Dresden. 

Von Seiten der Kirche brachten sich Pröpstin Petra Kallies, Robert Pfeifer (Pastor von St. Marien), Liane Kreuzer, Leiterin der Bauabteilung des Kirchenkreises, der Vorsitzende des Kirchengemeinderats von St. Marien, Christian Rosehr, und Marienorganist Johannes Unger in den Prozess ein. Die Hansestadt Lübeck war mit Bausenatorin Joanna Hagen und Dirk Rieger, Bereichsleiter Archäologie und Denkmalpflege, sowie Marianne Lutter, Abteilungsleiterin Denkmalpflege, vertreten.

Die Neugestaltung: Verbindung von Tradition und Zukunft

Im Architektur-Wettbewerb galt es eine Reihe von Kriterien zu berücksichtigen: Der Fredenhagenaltar, der zurzeit eingelagert ist, soll wieder aufgebaut werden. Zudem war die Rolle von St. Marien als Musikort mitzudenken und in den Entwürfen umzusetzen. Auch die barrierefreie Zugänglichkeit des Chorraumes sollte in die Entwürfe einfließen. Ein wichtiger Bestandteil der neuen Gestaltung soll der neue Singechor werden, der anstelle des ehemaligen Lettners entstehen soll. 

Insgesamt wurden neun Wettbewerbsbeiträge eingereicht. Nach einer fast zehnstündigen Jurysitzung in den Räumlichkeiten des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg fiel die Entscheidung zugunsten des Lübecker Architekturbüros Riemann Gesellschaft von Architekten mbH. Das Preisgericht entschied anonym – erst nach der Wahl wurde die Identität des siegreichen Büros bekannt.

Die vom Wettbewerbsgewinner vorgeschlagene filigrane Holzkonstruktion fügt sich harmonisch in das historische Gesamtbild ein, würdigte das Experten-Gremium. Besonders positiv bewertete die Jury die Wiederverwendung des bestehenden Backsteinbodens aus den 1950er-Jahren sowie die durchdachte Höhenentwicklung des Hochchors. Allerdings wird für die Barrierefreiheit noch eine bauliche Lösung gesucht.

Pastor Pfeifer: „Ich bin beeindruckt“

Pastor Robert Pfeifer ist hoch zufrieden: „Ich bin beeindruckt, wie sensibel alle beteiligten Architekturbüros mit dem Kirchenraum in ihren Planungen umgegangen sind – immer der Bedeutung und dem Anspruch dieses Gotteshauses angemessen. Der erste Preis hat uns alle in der Jury überzeugt. Der Entwurf bringt alle Voraussetzungen mit. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und darauf, St. Marien in eine zukunftsfähige Richtung zu führen.“

Ausstellung der Entwürfe

Alle Wettbewerbsentwürfe, einschließlich des Siegerbeitrags, sind ab sofort in St. Marien zu Lübeck zu besichtigen. Die Kirchengemeinde St. Marien lädt Interessierte herzlich ein, sich bis zum 15. April 2025 ein Bild von der geplanten Neugestaltung zu machen.