Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Happy Birthday #liveline: Digitales Gottesdienstprojekt feiert Jubiläum

Das Team von #liveline besteht aus vielen jungen Ehrenamtlichen. Copyright: Guido Kollmeier

Lübeck. Der digitale Gottesdienst #liveline feiert sein fünfjähriges Jubiläum. Seit dem 15. März 2020 ist das Format fester Bestandteil einer Online-Gemeinde und hat sich zu einem bedeutenden digitalen Kirchenprojekt entwickelt. Was als spontane Reaktion auf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie begann, hat sich als innovatives und interaktives Format etabliert.

Von der Notlösung zum digitalen Gemeindeprojekt

Initiiert von dem Pastorenehepaar Katja und Heiko von Kiedrowski und ihrem Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen, begann #liveline als Livestream-Gottesdienst aus der St.-Jürgen-Kapelle in Lübeck. Ziel war es, Menschen in Zeiten der Unsicherheit und Isolation einen geistlichen Anker zu bieten. „Wir haben damals innerhalb weniger Tage ein Format geschaffen, das Menschen in ihren Wohnzimmern erreicht hat. Dass #liveline auch fünf Jahre später noch so eine starke Gemeinschaft bildet, hätten wir uns nicht träumen lassen“, sagt Katja von Kiedrowski.

Viele junge Menschen sind mit vollem Einsatz dabei

Die Entstehungsgeschichte von #liveline war geprägt von Improvisation und Teamarbeit. Innerhalb weniger Tage wurde die St.-Jürgen-Kapelle umgebaut, Kameras und Licht installiert und ein Ablauf für die ersten Gottesdienste festgelegt. „Besonders entscheidend war die tatkräftige Unterstützung jugendlicher Ehrenamtlicher. Da während der Corona-Pandemie Schulen geschlossen waren und viele Freizeitaktivitäten ausfielen, brachten sich zahlreiche junge Menschen mit vollem Einsatz ein. Sie übernahmen technische Aufgaben, halfen bei der Gestaltung des Formats und prägten #liveline von Anfang an maßgeblich mit“, betont die Pastorin.

Ein Projekt mit Potenzial

Schnell wurde klar, dass sich das Format weiterentwickeln musste. Auch Pröpstin Petra Kallies erkannte das Potenzial und förderte die übergemeindliche Zusammenarbeit: In der ersten Sendung, die am 15. März 2020 auf Youtube ausgestrahlt wurde, eröffnete sie den Gottesdienst und hielt die Predigt. Es entstand eine enge Kooperation zwischen dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und der Kirchengemeinde St. Jürgen, die bis heute das Fundament von #liveline bildet.

Interaktive Gottesdienste mit digitaler Gemeinschaft

Ein besonderes Merkmal von #liveline ist die aktive Beteiligung der Zuschauerinnen und Zuschauer. Fürbitten und Gebetsanliegen können über verschiedene Kanäle eingereicht und live im Gottesdienst vorgelesen werden. Zudem bietet der YouTube-Livechat Raum für Austausch und Gemeinschaft. „Es ist berührend zu sehen, wie Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus miteinander Glauben teilen. Manche schreiben uns, dass #liveline ihr einziger Kontakt zur Kirche ist“, erzählt Katja von Kiedrowski. Im Laufe der Jahre ist daraus eine digitale Gemeinde entstanden, die sich regelmäßig vernetzt und unterstützt.

Bibel TV als Medienpartner

Bereits nach der ersten Sendung wurde Bibel TV auf das Format aufmerksam. Seitdem überträgt der Sender regelmäßig die Gottesdienste aus der St.-Jürgen-Kapelle und bietet somit eine weitere Plattform für ein breites Publikum in Deutschland, der Schweiz und dem europäischen Ausland.

Ein Team mit Herz und Engagement

Hinter #liveline steht ein engagiertes Team aus etwa 40 Personen, darunter viele Jugendliche, Studierende und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Neben Pastorin Katja von Kiedrowski sind Philine Eidt als Communitymanagerin und Nathanael Kläs als musikalischer Leiter maßgeblich als Hauptamtliche, angestellt für das Projekt, an der Umsetzung beteiligt. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an wiederkehrenden Pastorinnen und Pastoren, die im digitalen Gottesdienst predigen.

Barrierefreiheit und musikalische Gestaltung

Ein zentrales Anliegen von #liveline ist die Barrierefreiheit: Alle Gottesdienste werden in Gebärdensprache übersetzt, und Liedtexte sind untertitelt. Die musikalische Gestaltung setzt auf eine Mischung aus modernen geistlichen Liedern, Worship-Songs und thematisch passenden Popsongs.

Ausblick auf die Zukunft

Auch nach fünf Jahren bleibt #liveline ein wachsendes Projekt. Zukünftig soll insbesondere die Beteiligung junger Menschen weiter gefördert werden. „Ich wünsche mir, dass wir ein Format entwickeln, das die Jugendlichen komplett selbst gestalten – ein richtig jugendliches Format“, so die Theologin. Auch Bibel TV hat bereits Interesse an einem solchen Projekt signalisiert. Die Idee ist, jungen Menschen nicht nur eine Plattform zu geben, sondern sie aktiv in die Gestaltung digitaler Gottesdienste einzubinden und so eine neue Generation von Kirchenakteuren zu fördern.

#liveline international

Ein weiterer Wunsch für die Zukunft ist es, #liveline auch über die digitale Welt hinaus zu erweitern. „Ich hätte große Lust, die Leute zu besuchen, die uns seit Jahren begleiten, und vor Ort Andachten zu gestalten. Zum Beispiel gibt es eine Zuschauerin auf Jersey, eine in den Seealpen oberhalb von Nizza und eine in der Schweiz. Das sind spannende Menschen und spannende Orte. #liveline international – das wäre ein großartiges Projekt. Natürlich wäre das eine große logistische Herausforderung, aber wer weiß, vielleicht geht es ja irgendwann mit zwei Wohnmobilen auf Tour“, träumt Katja von Kiedrowski.

Link zum Geburtstags-Livestream am 16. März 2025: https://www.youtube.com/watch?v=zV1fKezgWco

Link zum ersten Live-Gottesdienst am 15. März 2020: https://www.youtube.com/watch?v=TeJ8VAHLijI