Kurznachrichten

St. Stephanus, Lübeck: Dietrich-Bonhoeffer-Kapelle wird 50, 26.03.2017

St. Stephanus, Lübeck: Dietrich-Bonhoeffer-Kapelle wird 50, 26.03.2017

01.03.2017 - Die Dietrich-Bonhoeffer-Kapelle wird 50 und die Lübecker Stephanusgemeinde feiert das Jubiläum mit einem Festwochenende. Am Freitag, den 24. März 2017, um 19 Uhr wartet ein Taize-Gottesdienst. Am Samstag, den 25. März 2017 um 18 Uhr gibt es ein Gospel-Konzert zum Mitsingen mit „Joyful Voices“. Am Sonntag, den 26. März 2017 um 10.30 Uhr wird ein Festgottesdienst gefeiert und die Gemeinde lädt im Anschluss zum Empfang.

Die Bonhoeffer-Kapelle gehört mittlerweile fest zum Lübecker Stadtteil Israelsdorf. Und das soll auch so bleiben: „Der Bewahrung der Kirche ist also nicht nur für nachfolgende Christinnen und Christen, sondern für alle Bewohner Israelsdorfs ein Anliegen, das uns am Herzen liegt“, sagt Ursula Hauser. Sie arbeitet ehrenamtlich in der Gemeinde mit, gehört zum Kirchengemeinderat und ist fest mit dem Stadtteil verbunden. Zusammen mit Pastor Reinhard von Kries hat sie sich anlässlich des Jubiläums intensiver mit der Geschichte der Kapelle beschäftigt:

Am Ostermontag, dem 27. März 1967 wurde in einem Festgottesdienst die im zweiten Pfarrbezirk der Stephanusgemeinde neu erbaute Dietrich-Bonhoeffer-Kapelle in Israelsdorf durch den damaligen Bischof der Landeskirche Lübeck, Bischof Prof. D. Meyer, geweiht. Der Kirchbau schloss sich nahtlos an das bereits 1963 fertiggestellte Gemeindehaus an.

Die Baupläne für Gemeindehaus und Kirche wurden vom Architekten Waldemar Hüsing entworfen. Der Neubau wurde nötig, da sich die Außenbezirke Lübecks in der Nachkriegszeit immer stärker besiedelten. Die St. Stephanus-Kirche wurde nach dem ersten Märtyrer der Christenheit benannt – so bekam die Tochterkirche den Namen eines Märtyrers unserer Zeit: Dietrich Bonhoeffer.

Das vom Hamburger Maler Claus Wallner entworfene Altarfenster in Betonglas, das den großen Fisch darstellt, der Jona an Land speit, wurde inspiriert durch ein Gedicht Bonhoeffers, das er in seiner Tegeler Gefängniszelle niederschrieb und in dem er eine Entsprechung seines eigenen Lebens zu dem Leben des Propheten Jona sah. Das Altar Relief erstellte der Hamburger Künstler Fritz Fleer. Es zeigt auf drei Tafeln Jesu Verurteilung, den Kreuzweg und in der Mitte den gekreuzigten.
Die große Figur an der Altarwand  „Jesus der Auferstandene“ wurde 2003 durch den Lübecker Künstler Rolf Goerler geschaffen. Ebenso die Jona Figur auf einem Sockel an der Seitenwand.

„Die Bonhoeffer-Kapelle ist eine „offene Kirche“, die tagsüber Raum für Besuche, Stille und Gebet bietet“, so Pastor Reinhard von Kries. Sie werde gern für Taufen und Trauungen genutzt und immer häufiger auch für Trauerfeiern. Die Kinder der angrenzenden Kita erobern schon früh den Kirchraum, ebenso wie die Konfirmanden, von denen jeweils drei bis vier in jedem Gottesdienst einige Teile übernehmen. Die gute Akustik der Kapelle lädt dazu ein, Gottesdienste musikalisch auszugestalten.

Die Bonhoeffer-Kapelle gehört genauso wie die St. Stephanus-Kirche zur Kirchengemeinde St. Stephanus. „Wir sind also eine Kirchengemeinde mit zwei Kirchen in den Ortsteilen Israelsdorf und Karlshof“, sagt Ursula Hauser. Die sonntäglichen Gottesdienste werden heute abwechselnd in beiden Kirchen gehalten. „So lernen sich die Gemeindeglieder beider Ortsteile immer besser kennen“, so Hauser. Auch alle anderen Gemeindeveranstaltungen wie z.B. Seniorenkreise, Pfadfinderarbeit, Konfirmandengruppen, Malen, Turnen, Frühstück, Gospelchor u.a. werden für beide Bezirke angeboten. „Durch attraktive Veranstaltungen, wachsende Vernetzung und viele einzelne Begegnungen sind wir in Kontakt mit den Menschen und versuchen, das Evangelium in Wort und Tat zu leben“, so von Kries.

„Die Bonhoeffer-Kapelle mit ihrem Gemeindesaal ist, neben dem Feuerwehr-Gerätehaus, das einzige Gebäude in Israelsdorf, in dem sich noch Gruppen treffen können.“, sagt Ursula Hauser. „Nach der Umgestaltung des Gemeindesaals und einem Neubau der Küche 2016 kann diese Möglichkeit noch besser genutzt werden, so dass Israelsdorf auch weiterhin räumlich einen ansprechenden Treffpunkt hat.“