Kurznachrichten

St. Petri, Lübeck: Die Eule wird versteigert, bis 12.07.2017

St. Petri, Lübeck: Die Eule wird versteigert, bis 12.07.2017

02.06.2017 - Noch bis zum 12. Juli 2017 residiert die „Eule der Minerva“, der Wappenvogel der Philosophie, in der Universitäts- und Hochschulkirche St. Petri. Bis dahin begleitet sie noch alle Veranstaltungsabende der Ringvorlesung „Weltanschauung“, die das St. Petri Kuratorium gemeinsam mit den Lübecker Hochschulen durchführt.

Danach ist der kluge Vogel in gute und meistbietende Hände abzugeben. Sechs Wochen lang hatte die Lübecker Bildhauerin Bettina Thierig die menschengroße Skulptur mit einer Kettensäge aus einem Eichenstamm aus dem Bliestorfer Forst herausgearbeitet. „Es war eine große Herausforderung,“ sagt die Künstlerin, „auch zumal diese Arbeit im kalten Februar und März in einem provisorischen Freiluft-Atelier auf dem Holzhof Wesloe geschehen musste.“

Holzskulptur beliebtes Fotomotiv

Anfang April in der Petrikirche angekommen, erfreute sich die Holzskulptur sofort großer Beliebtheit bei den Veranstaltungsbesuchern und wurde zum begehrten Foto-Objekt. Pastor Dr. Bernd Schwarze, der die Idee hatte, für die Vorlesungsreihe ein begleitendes „Maskottchen“ anfertigen zu lassen, erklärt: „Wir konnten das nur realisieren, weil sich ein großzügiger Förderer der Ringvorlesung bereit erklärt hat, die Erstattung der Anschaffungskosten in Höhe von 10.000 Euro zu garantieren.“

Sollte niemand anderes Interesse am Erwerb dieser Eule haben, werde der Mäzen, der anonym bleiben möchte, diese Eule kaufen und in seinen Garten stellen, sagt der Pastor. „Allerdings ist es auch sein Wunsch, dass möglichst viel Geld für die Refinanzierung der aufwändigen Vorlesungsreihe und für andere Wissenschaftsprojekte in St. Petri zusammenkommt,“ betont Schwarze. „Falls also jemand bereit ist, für dieses außergewöhnliche Kunstwerk 12.000 oder 15.000 Euro auszugeben, gibt der potentielle Sponsor die Eule gern an einen anderen Besitzer frei.“ Bettina Thierig kann sich ihr Objekt gut in einem großen Wohnzimmer oder in der Empfangshalle einer Firma vorstellen. „Das Eichenholz ist aber sehr robust, so dass eine Platzierung im Außenbereich durchaus möglich ist“, sagt die Künstlerin.

Beim Gedanken an den baldigen Abschied vom Vogel der Weisheit wird Pastor Schwarze ein wenig traurig: „Ich habe mich sehr an die Eule gewöhnt. Aber es gehört nun einmal zum Programm von St. Petri, dass Kunstwerke immer nur für begrenzte Zeit bei uns zu Gast sind.“

Gebote per Mail

Ernst gemeinte Gebote nimmt das St. Petri-Büro ab sofort entgegen, und zwar unter der Mailadresse info@st-petri-luebeck.de.
Die Anfragen werden diskret behandelt, und alle Bieter werden informiert, sofern ein höheres Gebot eingeht.
Der Käufer darf am Ende entscheiden, ob er sich zu erkennen gibt oder anonym bleiben möchte.
Bettina Thierigs  „Eule der Minerva“ ist etwa 180 cm hoch und wiegt ca. 800 Kilogramm. Die Kosten für einen sachgerechten Transport müsste der Käufer selbst aufbringen.