Kurznachrichten

St. Aegidien: Prof. Dr. Arnd Reitemeier über "Luthers Lübeck", 14.09.2017

Prof. Dr. Arnd Reitemeier spricht am Donnerstag, 14. September 2017 in St. Aegidien über „Luthers Lübeck - Einführung und Folgen der Reformation in der Hansestadt“.

Prof. Dr. Arnd Reitemeier spricht am Donnerstag, 14. September 2017 in St. Aegidien über „Luthers Lübeck - Einführung und Folgen der Reformation in der Hansestadt“. Beginn ist um 19 Uhr. Der Experte für norddeutsche Kirchen- und Reformationsgeschichte kommt auf Einladung des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde in die St.-Aegidien-Kirche. Das musikalische Begleitprogramm leitet Eckhard Bürger. Iris Bürger (Blockflöten) und Daniell Fourie (Harfe) spielen Musik aus der Reformationszeit.

Luther kam niemals nach Norddeutschland – aber seine Lehre fand Gehör in vielen Hansestädten. Lübeck wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts von dem Gegensatz zwischen Stadt auf der einen und Bischof und Domkapitel auf der anderen Seite geprägt. Die Kommune war überdies von sozialen und politischen Spannungen zerrissen. Als zentraler Handelsplatz für den Ostseehandel kamen Luthers Schriften schon früh in die Stadt, doch der Rat konnte viele Jahre erfolgreich die lutherische Predigt unterbinden.

Dann aber entwickelten sich großes Interesse und starke Begeisterung für die neue Lehre, denen der Rat entgegenkommen musste. Eine Kirchenordnung sollte die neuen Verhältnisse regeln - aber tatsächlich bildete sie den Anfang eines vielfältigen, tiefgreifenden und nachhaltigen Wandels in der Stadt. Eben diese Transformationen sollen im Zentrum des Vortrags stehen, für die beispielsweise Personen wie Johannes Bugenhagen oder Hermann Bonnus stellvertretend sind. Dieser Wandel aber lässt sich nur nachvollziehen, wenn die Ereignisse und Entwicklungen Lübecks mit denen anderer Städte und Territorien im ersten Reformationsjahrhundert verglichen werden. Damit steht am Ende des Vortrags die Frage, was eigentlich „die Reformation“ ausmachte und was es folglich im Jahr 2017 zu feiern gilt.

Arnd Reitemeier, Inhaber der Professur für niedersächsische Landesgeschichte an der Universität Göttingen, zugleich Leiter des Instituts für Historische Landesforschung dort, ist einer der besten Kenner der Reformations- und Kirchengeschichte in Norddeutschland. Er wirft einen spannenden Blick auf die Voraussetzungen, Hintergründe und Abläufe der Reformation in Lübeck und stellt diese in den Zusammenhang mit den Vorgängen in anderen Orten und Regionen.

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde mit dem Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg.