Kurznachrichten

St. Aegidien: Pastor Baltrock spricht über Fundamente der Kultur, ab 19.08.2017

St. Aegidien: Pastor Baltrock spricht über Fundamente der Kultur, ab 19.08.2017

03.07.2017 - Die kleine Sommerreihe ab 29.07.2017 in der St.-Aegidien-Kirche will einige zentrale Texte der antiken Literatur vorstellen, die für rund 2000 Jahre europäisches Denken geprägt und immer wieder neu befruchtet haben.

Europa ist mehr als ein geographischer Begriff. Trotz aller historischer Verwerfungen, Kriege und Barbareien ist „Europa“ ein Begriff für eine der großen geistigen Traditionen der Menschheit. Auf drei Fundamenten ruht unser gemeinsames kulturelles Haus: Der religiösen Überlieferung Israel, aufgenommen und umgedeutet im Christentum, dem Denken Griechenlands und dem Organisationsgenie der Römer und der Klarheit ihrer lateinischen Sprache. Jerusalem, Athen und Rom sind die wahren Kulturhauptstädte Europas. Nun ist im Lutherjahr die religiöse Dimension Europas in zahllosen Veranstaltungen und Veröffentlichungen bedacht worden.

Die kleine Sommerreihe in St. Aegidien will einige zentrale Texte der antiken Literatur vorstellen, die für rund 2000 Jahre europäisches Denken geprägt und immer wieder neu befruchtet haben. Die Abende bestehen aus kommentierter Lesung, Gespräch und Geselligkeit bei Wasser und Wein. Pastor Thomas Baltrock wird die Sommerreihe halten. Alle Abende beginnen samstags um 18 Uhr.

Fünf Abende über Platon, Polybios, Horaz, Aischylos, Sophocles und Euripides

Die Reihe startet am 29. Juli 2017 mit einem Blick auf die Mythen des Philosophen Platon. Wussten Sie, dass Eros ein Kind der Armut und der Gerissenheit ist? Eros sucht, was er nicht hat, und er findet immer einen Weg. Und auch das Kribbeln der Verliebten kennt Platon. Es kommt daher, dass der Seele Flügel wachsen.

Polybios steht im Mittelpunkt des zweiten Abends am 05. August 2017. Er war ein griechischer Gelehrter, der als Geisel in Rom lebte. Er hat eine beunruhigende Theorie über den „Kreislauf der Staatsverfassungen“ entwickelt, die unsere Gegenwart verblüffend zu deuten vermag.

Der dritte Abend am 12. August 2017 entführt in die Wunderwelt der Dichtungen des Römers Horaz. Die Gedichte des Horaz bilden das einflussreichste Corpus der europäischen Lyrik.

Die drei großen tragischen Dichter stehen am 19. August 2017 im Mittelpunkt des vierten Abends: Aischylos, Sophocles und Euripides. Innerhalb weniger Jahrzehnte entstanden im fünften Jahrhundert vor Christus jene Bühnenstücke, die noch heute das Publikum erschüttern können. Antigone, Ephedra und Orest sind auf ihren Wegen ins Verderben bis heute lebendige Gestalten.

Ciceros Gedanken in der heutigen Zeit aktuell

Der letzte Abend der Sommerreihe "Fundemante" am 26. August 2017 widmet sich der Technik des berühmtesten Redners Roms, Marcus Tullius Cicero. In Zeiten, in denen wir uns mit Populismus und Demagogie beschäftigen müssen, mag es interessant sein zu hören, wie der berühmte Staatsmann die Gefühle seiner Hörer vor knapp 2000 Jahren lenkte.

Die Abende sind kostenlos, eine Gabe am Ausgang ist willkommen.