Kurznachrichten

St. Petri, Ratzeburg: Mechthild Mäsker auf der Kanzel, 23.07.2017

St. Petri, Ratzeburg: Mechthild Mäsker auf der Kanzel, 23.07.2017

12.10.2016 - „Auf die Kanzel, fertig, los“ - das nehmen sich seit dem 31. Oktober 2016 Personen des öffentlichen Lebens zu Herzen und predigen von der Kanzel in der St. Petrikirche Ratzeburg. Die „Laienkanzel“ findet während des Reformationsjubiläums (bis 31. Oktober 2017) einmal im Monat, außer im August, statt.

Persönlichkeiten aus der Öffentlichkeit werden unter den Stichworten „Mut-Macht-Mensch“ bedenken, was die Reformation und der Glaube für sie bedeuten. „Die Laienkanzel ist ein sichtbares Zeichen der öffentlichen Wertedebatte im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Das Format soll Mut machen, über den Glauben zu sprechen“, so Prösptin Frauke Eiben. Sie hält bei den Gottesdiensten die Liturgie. Der erste „Laienprediger“ war Landtagspräsident Klaus Schlie, ihm folgte Schulrätin Katrin Thomas. „Ich war sehr überrascht, als Pröpstin Eiben mich fragte“, erinnert sich die Schulrätin. „Und sehr erfreut, ich bin begeistert von der Möglichkeit, als nicht ordinierte Christin einmal auf der Kanzel zu stehen und die Möglichkeit zu haben, öffentlich zu sprechen. Das ist eine große Ehre für mich“. Sie liebe es, sich mit der Bibel auseinanderzusetzen, so Thomas weiter. „In Gottesdiensten bekomme ich oft große Anregungen für mein Leben“.

Am 23. Juli 2017 predigt Mechthild Mäsker Leiterin des NDR-Studios in Lübeck. Beginn ist um 10 Uhr. Sie spricht über die Macht der Worte - auch Luther hat Zustände in der Kirche des ausgehenden Mittelalters angeprangert. Sprache war sein Werkzeug. Sprache und Worte haben auch heute noch eine große Wirkung - manchmal wird ihre Macht im Vergleich zur Macht von Bildern und Videos unterschätzt. Worte können trösten, Worte können verletzt, Worte können die Wahrheit sagen und lügen. Worte sind machtvoll.

 

Dass Christen, Laien und Ordinierte sich öffentlich zu Wort melden und zu Fragen unserer Zeit Stellung nehmen, ist in der evangelischen Kirche ausdrücklich gewünscht. Es bereichert und macht deutlich, dass der Glaube vielstimmig ist. Martin Luther begründete dieses Recht mit dem Priestertum aller Getauften und der Verantwortung eines Christenmenschen für die Sache Jesu. Zum 500. Geburtstag der Reformation soll dieses Recht und diese Pflicht unserer heutigen Zeit sichtbaren Ausdruck finden.

„Die evangelische Kirche lebt vom Dialog und der Vielstimmigkeit. Dazu trägt die Laienkanzel bei. Es ist ein starkes Zeugnis, wenn Menschen, die in öffentlicher Verantwortung stehen, bereit sind, darüber zu sprechen, was sie in ihrem Handeln leitet und wo der christliche Glaube ihnen Orientierung geben kann. Christ zu sein gehört nicht nur in den privaten Kontext. Zu zeigen, was man liebt, und öffentliches Eintreten für christliche Werte (Frieden, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Bewahrung der Schöpfung)  ist nötig für eine offene und tolerante Gesellschaft“, sagt Frauke Eiben

Die Laienprediger im Überblick für das Jahr:

22. Januar 2017, 10 Uhr: Ute Borchers-Seelig, Bürgermeisterin Schwarzenbek
19. Februar 2017,10 Uhr: Dr. Klaus von Oertzen
26. März 2017, 10 Uhr: Dr. Frank Rose, Direktor Amtsgericht Ratzeburg
9. April 2017: Rainer Voß, Bürgermeister Ratzeburg
28. Mai 2017: Kreispräsident Meinhard Füllner
25. Juni 2017: Hartmut Richter, Aufsichtsratsvorsitzender der Vorwerker Diakonie
23. Juli 2017: Mechthild Mäsker, Leiterin des NDR-Studios in Lübeck
10. September 2017: Anne Schmaljohann, Bälau; Repräsentantin der Landwirtschaftskammer für den Kreis Herzogtum Lauenburg