Kurznachrichten

Lübeck: Zeit des Erinnerns - für die Zukunft, bis 06.12.2017

Lübeck: Zeit des Erinnerns - für die Zukunft, bis 06.12.2017

03.11.2017 - Zum nunmehr 27. Mal veranstalten im November 2017 Bürgerinnen und Bürger, Kirchengemeinden, Museen und Vereine der Hansestadt Lübeck vielfältige Aktionen zum Gedenken an die Opfer nationalsozialistische Gewalt.

Zugleich dienen diese Veranstaltungen der Stärkung des Bewusstseins aller politisch Verantwortlichen in unserer Stadt. Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein umfangreiches Programmheft, in dem die einzelnen Aktionen kurz und anschaulich vorgestellt werden. Damit wird der Bedeutung der Erinnerungs- und Gedenkkultur in der Hansestadt auch in besonderer Weise Rechnung getragen.

„Schon kurz nach dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft fanden sich Menschen zusammen, um sowohl an die Opfer des staatlichen Terrors zu erinnern als auch an die aufrechten Menschen, die im Widerstand aktiv waren. Die Schrecken dieser zivilisatorischen Barbarei und der Verlust der Menschlichkeit sollten nie vergessen werden“, so Kathrin Weiher, Senatorin für Kultur, Bildung, Jugend und Sport der Hansestadt Lübeck.

Im Mittelpunkt der Reihe steht das Gedenken am 9. und 10. November 2017, das in erster Linie der jüdischen Bevölkerung, aber auch dem Andenken an die vier Lübecker Märtyrer gilt. Darüber hinaus wird aber auch an viele andere Gruppen, wie zum Beispiel die Sinti und Roma, die Homosexuellen und die verfolgten Menschen gedacht, die von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden.

St. Marien. Lutherkirche und Propsteikirche Herz-Jesu: Gedenken an die Lübecker Märtyrer

Am Freitag, den 10. November 2017 wird um 12 Uhr in St. Marien eine Mittagsandacht mit Constanze Oldendorf zum Gedenken an die Lübecker Märtyrer gefeiert. Nach der Andacht wird die Leiterin des Arbeitskreises 10. November, Dr. Ingaburgh Klatt, an der Gedenktafel unter den Rathausarkaden einen Kranz niederlegen. Um 17 Uhr wird zu einer Kranzniederlegung an der Gedenktafel am Zeughaus, Parade 12 eingeladen. Um 18 Uhr beginnt das Pontifikalamt am 74. Todestag der vier Lübecker Märtyrer in der Propsteikirche Herz-Jesu. Der evangelische Gottesdienst mit Pröpstin Petra Kallies und Pastorin Constanze Oldendorf in der Lutherkirche, Moislinger Allee 96, ist am Sonntag, dem 12. November um 11 Uhr. In der Gedenkstätte Lutherkirche präsentieren Schülerinnen und Schüler der Baltic Schule die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg, Tod und Heldengedenken

St. Marien: Friedensgebet zum Jahrestag der Bombardierung Coventrys, 14.11.2017

Am Dienstag, dem 14. November 2017 lädt die Kirchengemeinde ein zu einer Andacht zum Gedenekn an die Bombardierung von Coventry vor 77 Jahren.

Am 14. November 1940 flog die deutsche Luftwaffe unter dem Decknamen „Unternehmen Mondscheinsonate“ einen schweren Bombenangriff auf Coventry. Große Teile der Innenstadt, 4330 Häuser und unersetzliche Kulturgüter wie die mittelalterliche St. Michael`s Cathedral wurden zerstört. 568 Menschen kamen ums Leben.

Zwei Jahre später folgte in der Nacht auf den Sonntag Palmarum 1942 als Vergeltungsschlag die Bombardierung der Lübecker Innenstadt. Mehr als 15000 Lübecker wurden in dieser Nacht obdachlos, mehr als 300 starben. Große Teile der Lübecker Altstadt wurden zerstört, drei der fünf mittelalterlichen Kirchen brannten während der Bombennacht 1942 vollständig aus, ihre Kirchtürme stürzten ein.

Der Jahrestag der Bombardierung von Coventry ist ein Symbol für den Kreislauf von Gewalt und Vergeltung. Die Kirchengemeinde St. Marien lädt ein zu einer Andacht im Zeichen des Nagelkreuzes zum mahnenden Gedenken am Dienstag, 14. November 2017, um 12 Uhr.

Luther: Vortrag über den Umgang mit Kriegsdenkmälern, 15.11.2017

Die Kirchengemeinde Luther-Melanchthon lädt ein zu einem Vortrag zum Thema „Für Gott und Vaterland - Vom Umgang mit Kriegerehrung und Denkmälern“ am Mittwoch, dem 15.11.2017. Referenten sind  Pastor i.R. Ulrich Hentschel und Studienrätin Magrit Schimanke. Beginn ist um 19.00 Uhr in der Lutherkirche, Moislinger Allee 96 in Lübeck. Der Eintritt ist frei.

Zahlreiche Denkmäler in Kirchen und öffentlichen Orten in Stadt und Land ehren die im 1. Weltkrieg getöteten Soldaten als Helden, als gefallene Söhne und Brüder, „die ihr Leben gaben“ für Kaiser und Reich, Gott und Vaterland. Die propagandistische und kriegerische Botschaft wird heute weitgehend abgelehnt. Wie aber umgehen damit? Kleine Ergänzungstafeln, künstlerische Umgestaltungen, Verfall und Abriss? An ausgewählten Beispielen soll der unterschiedliche Umgang mit den Kriegerdenkmälern präsentiert und nach kreativen Lösungen gefragt werden.

Kirchenkanzlei: Vortrag mit Bischof i.R. Kohlwage über Christen und Juden, 20.11.2017

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit lädt ein zu einem Vortrag mit Bischof i.R. Karl-Ludwig Kohlwage zum Thema „Christen und Juden – Ein gemeinsames Erbe“ am Montag, dem 20.11.2017 in die Kirchenkanzlei, Bäckerstraße 3-5. Beginn ist um 19.00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Als Kind erlebte Altbischof Karl Ludwig Kohlwage die Zerstörung der Synagoge in der Reichspogromnacht mit. Die Kirche schwieg weitgehend zu den Gräueltaten, denn sie definierte sich in Abgrenzung zum Judentum. Erst später entdeckte er – insbesondere in den Kapiteln 9 -11 des Briefes des Apostels Paulus an die Römer – die enge Verbindung beider Glaubensweisen.

St. Marien: Andacht mit Kranzniederlegung in Glockenkapelle, 26.11.2017

Die Kirchengemeinde St. Marien lädt ein zu einem Gottesdienst mit Abendmahl am Ewigkeitssonntag (26.11.2017) mit Marienpastor Robert Pfeifer und Pastorin Annegret Wegner-Braun. Der Kammerchor der Capella St. Marien singt Werke von Schütz und Brahms unter der Leitung Marienorganist Johannes Unger. Nach dem Gottesdienst wird zu einer Andacht mit Andacht mit Kranzniederlegung in der Gedenkkapelle mit den zerstörten Glocken eingeladen. Der Gottesdienst in St. Marien beginnt um 10.00 Uhr.

Zum Abschluss der Reihe wird am Abend des 6. Dezember 2017, wie jedes Jahr, an den Jahrestag der Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus unserer Stadt gedacht. Veranstaltungsort ist das Mahnmal am Zeughaus, Parade 12 in Lübeck. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 18 Uhr.

Weitere Informationen:

Das Programmheft liegt in allen Lübecker Museen, den Gedenkstätten, in der Stadtbibliothek und in den Nachbarschaftsbüros zur Mitnahme aus.