Kurznachrichten

KlopfKlopf: Aktionstag für ein weltoffenes Lübeck, 25.03.2017

Für viele ist es ein fester Termin im Kalender: Zum sechsten Mal lädt die Initiative "KlopfKlopf - Lübeck ist weltoffen" rund um Palmarum ein zu einem Aktionstag. In diesem Jahr wird am Samstag, 25.03.2017 besonders an das Jubiläum 75 Jahre Palmarum 1942 gedacht.

Für historisch interessierte Menschen ist es ein fester Termin im Kalender: Zum sechsten Mal lädt die Initiative "KlopfKlopf - Lübeck ist weltoffen" rund um Palmarum zu einem Aktionstag zur Erinnerung an die nationalsozialistische Unrechtsherrschaft.  In diesem Jahr wird am Samstag, 25.03.2017 besonders an das Jubiläum 75 Jahre Palmarum 1942 gedacht.

"Wir wollen eine Erinnerungskultur errichten, indem wir die Kenntnisse über diese vergangene udn doch nicht vergehende Zeit vertiefen", sagen die Initiatorinnen Antje Peters-Hirt und Olivia Kempke. Wie in den vergangenen Jahren auch laden viele Veranstaltungen rund um Palmarum dazu ein, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Den beiden ist wichtig, dass es an diesem Tag nicht nur um einen Blick in die Vergangenheit geht, sondern die Gegenwart und vor allem die Zukunft das eigentliche Thema des Tages sind. "Es geht uns darum, den Wert unserer Demokratie aufzuzeigen", sagen sie. "Es geht heute auch darum, wie wir Flüchtlinge und Migranten aufnehmen. Die Substanz unserer Gesellschaft wird sich an diesem Punkt ausweisen, inwieweit wir nämlich diese Menschen zu integrieren verstehen."  

Programmübersicht am Aktionstag "KlopfKlopf":

10:00 Uhr Vier Vormittagsveranstaltungen
12:30 Uhr Eröffnung der Ausstellung "Oben ohne" und Ökumenische Andacht in St. Marien
13:30 Uhr Offizielle Eröffnung des Aktionstages auf dem Schrangen
14:30 Uhr Stadtspaziergänge zu Orten der Verangenheit


Ausführliches Programm am Vormittag des Aktionstages (25.03.2017)

25.03.2017, 10.00 Uhr: Zwangsarbeit in Lübeck, eine Fahrradtour.

Erkundungstour zum Gelände der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken (DWM) in Lübeck-Schlutup unter dem Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“. Es wird gezeigt, welchen Weg die Zwangsarbeiter aus den Lagern Arnimsruh und Steinlager Kirschenallee täglich unter Bewachung haben zurücklegen müssen. Die Tour führt über die Lager zum DWM-Gelände, vorbei an den Schlutuper Tannen, dem damaligen Offizierscasino, über die „Schwedenschanzen“ zur Schießversuchsanlage mit dem Beton-U, dem Munitionsfangapparat. Treffpunkt: Denkmal Arnimsruh, Wesloer Landstr. 9/11. Leitung: Reinhard Brockmann, Bodelschwingh-Gemeinde

25.03.2017, 10.00 Uhr: Führung durch das ehemalige Lager Pöppendorf.

In Kücknitz (Gemarkung Waldhusen/Pöppendorf) befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg eines der größten Flüchtlingslager Deutschlands. Im Juli 1945 errichtete die britische Militärregierung das „Lager Pöppendorf“ im Waldhusener Forst in der Nähe des Bahnhofs Kücknitz als Internierungslager für mehr als 30.000 Wehrmachtssoldaten aus Norwegen. Ab Oktober wurde es als Durchgangslager für deutsche Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten genutzt. Bis zum Sommer 1950 wurde das Lager als Flüchtlingsdurchgangslager genutzt und danach abgerissen. Gezeigt werden die unterschiedlichen Funktionsorte bis hin zur eigentlichen Lagerfläche, die heute wieder mit Wald bedeckt ist. Treffpunkt: Alte Försterei, Waldhusener Weg 30. Leitung: Hans-Rathje Reimers, GMVK

25.03.2017, 10.00 Uhr: Spaziergang auf dem Vorwerker Friedhof.

Dieser Spaziergang führt zu den Gedenkstätten der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft auf dem Vorwerker Friedhof.Besichtigt wird das Ehrenmal für die Opfer des Faschismus. Die Entstehungsgeschichte des Ehrenmals Ende der 40iger Jahre (Einweihung 1.9.50) wird vorgestellt, die Stele für Familie Bringmann, die Gedenkstätten für die polnischen und die sowjetischen Zwangsarbeiter werden besucht.Treffpunkt: Eingang 2, Friedhofsallee 134. Leitung: Kuno Dannien, Dr. Wolfgang Muth.

25.03.2017, 10.00 Uhr: Stadtteilspaziergang rund um den Bahnhof.

Diese Tour beginnt vor dem Bahnhof als Ort des Gedenkens und setzt sich auseinander mit dem Einüben von Widerständigkeit, der Möglichkeit von Flucht sowie der Ruhe auf der Flucht und der Hoffnung auf Ankommen.Das Gedenkzeichen am Lübecker Bahnhof „Vor den Augen aller“ wird durch die Künstlerin Ute F. Jürß vorgestellt. Im Bahnhof selbst steht dieser Ort des Ankommens, Durchreisens, Wartens, Willkommens im Mittelpunkt, ebenso wie das Thema „Geflüchtete im Transit“ ab 8. September 2015 in Lübeck (Angela Haecker-Goette). Ggfs. wird die Führung in den Steinrader Weg ausgedeht.Treffpunkt: Gedenkzeichen, Hauptbahnhof. Leitung: Elisabeth Hartmann-Runge, Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg und Ute F. Jürß, Künstlerin.

Eröffnung und Andacht am Aktionstag (25.02.2017)

25.03.2017, 12.30 Uhr: „Oben ohne? Wie die Lübecker ihre Kirchen retteten.“ Eröffnung der Ausstellung in St. Marien und ökumenische Andacht in St. Marien mit Pröpstin Petra Kallies.

Beim Bombenangriff auf Lübeck an Palmarum 1942 wurden die drei Kirchen St. Marien, Dom und St. Petri schwer zerstört. Zunächst blieb offen, wann und wie mit einem Wiederaufbau begonnen werden könnte. Als St. Marien 1947 einzustürzen drohte, formierte sich ein großes Bündnis in der Stadt zur Rettung. Es dauerte aber bis zum Jahr 1987 alle drei Kirchen in den Zustand zu bringen, wie wir sie heute kennen. Im selben Jahr erhielt die Stadt den Weltkulturerbe-Status zugesprochen. Die Ausstellung – kuratiert von Dr. Karen Meyer-Rebentisch und Dr. Jan Zimmermann – dokumentiert den Prozess des Wiederaufbaus und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf das große Engagement vieler Menschen, ohne das Lübeck heute „oben ohne“ wäre. Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 5. Juni 2017 und ist geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr. Eintritt: 2 Euro/1.50 Euro (Marientaler).


25.03.2017, 13.30 Uhr: Eröffnung auf dem Schrangen.

Begrüßung durch Bürgermeister Bernd Sax, Pröpstin Petra Kallies, Olivia Kempke und Antje Peters-Hirt und Max Schön von der Possehl-Stiftung. Die musikalische Gestaltung ist von TroubaDuo.

25.03.2017, 14.00 Uhr: Verteilung auf die verschiedenen Spaziergänge .

Helfer stehen mit Hinweisschildern bereit. Die Spaziergänge dauern zwischen 90 und 120 Minuten. Im Anschluss gehen die Gruppen auf Wunsch entweder in den Tonfink, Gr. Burgstraße 46, oder in ein reserviertes Café, das in der Nähe der letzten Station liegt. Eine Übersicht über die Stadtzpaziergänge finden Sie unter www.klopfklopf.net

Filme vor dem Aktionstag im Kommunalen Kino

Bereits im Vorfeld des Aktionstages zeigt das Kommunale Kino, Mengstraße 35 verschiedene Filme.Vor den Filmen gibt es eine Einführung von Antje Peters-Hirt. Die ausführlichen Informationen entnehmen Sie bitte dem aktuellen Programm des Kommunalen Kino Koki: www.kinokoki.de.

Mittwoch, 22. Februar, 18.00 Uhr: Wir sind Juden aus Breslau
Sonntag, 26. Februar, 18.00 Uhr: Ein Haus in Berlin
Mittwoch, 1. März, 18.00 Uhr: A Man Can Make a Difference
Sonntag,12. März, 18.00 Uhr: Austerlitz
Sonntag, 19. März, 18.00 Uhr: Les Sauteurs – Those who Jump“

Vorträge an der Volkshochschule Lübeck im Vorfeld des Aktionstages

Bereits im Vorfeld des Aktionstages lädt die Volkshochschule Lübeck ein zu Vorträgen und Diskussionen in die Aula der VHS Falkenplatz, Falkenplatz 10 zum Thema. Die Vorträge dauern etwa 90 Minuten.

Mittwoch, 8. März, 19.30 Uhr: Bürgerliche Scharfmacher - Von AfD über Pegida zu den Reichsbürgern. Der durch seine Publikationen und Artikel in der TAZ-Nord ausgewiesenen Journalist Andreas Speit wird in seinem kritischen, zur Diskussion anregenden Vortrag die Entstehensbedingungen und Absichten dieser Gruppierungen durchleuchten. Eintritt frei.

Dienstag, 14. März, 19.30 Uhr: Verfolgt-Vergessen-Verfemt. Im Rahmen einer Lesung mit Gedichten unterschiedlicher AutorInnen der Exilliteratur stellt die Künstlerin Michaela Berning-Tournier Tuschezeichnungen/Kollagen aus mit Interpretationen dieser Gedichte, die von den AutorInnen unter dem Eindruck von Heimat- und Sprachverlust entstanden sind. Begleitend werden die AutorInnen kurz vorgestellt und eingeordnet. Eintritt frei.

Mittwoch, 15. März, 19.30 Uhr: Bomben in Lübecks Gedächtnis - Zur städtischen Erinnerung an Palmarum von 1942 bis heute. Malte Thießen lehrt europäische Zeitgeschichte und spricht über 75 Jahre wechselvoller Erinnerung an Palmarum 1942 in Lübeck bis heute. Er fragt nach den Formen und Funktionen des Erinnerns für die städtische Identität und zeichnet Konflikte um das „richtige“ Erinnern nach, die bis heute die Stadt bewegen. Eintritt frei.

Mittwoch, 22. März, 19.30 Uhr: Alma Rosé und das Mädchenorchester von Auschwitz. Die erfolgreiche Geigerin Alma Rosé (1906–1944), Nichte Gustav Mahlers, war Leiterin des Frauenorchesters in Auschwitz. Die Künstlerin Michaela Berning-Tournier illustrierte das ungewöhnliche Schicksal dieser Frau in 18 großformatigen Tuschezeichungen, die im Rahmen eines moderierten Gedenkkonzertes mit einem Liedprogramm mit Werken von Gustav Mahler, Alma Mahler-Werfel und Erich Wolfgang Korngold gezeigt werden. Eintritt: 6 (4.50) Euro.