Kurznachrichten

Kirchenkreis: Ursula Hauser - ein Lübecker Kind, 10.12.2017

Kirchenkreis: Ursula Hauser - ein Lübecker Kind, 10.12.2017

27.11.2017 - Seit 30 Jahren engagiert sich Ursula Hauser (68) ehrenamtlich. Bibelgesellschaft, Kirchengemeinde, Forum Ehrenamt, Frauen- und Ökumenearbeit – das Feld scheint schier unendlich und Ursula Hauser macht auch vor sperrigen Themen nicht Halt. Dabei ist eins zum anderen gekommen, erst in der Kirchengemeinde, später im Kirchenkreis. Seit einigen Jahren engagiert sich Ursula Hauser auch auf Nordkirchen-Ebene und ist mit der Bibelgesellschaft bundesweit vernetzt.

Warum macht man das? „Ich bin die älteste unter sieben Geschwistern. Vermutlich liegt es daran, dass ich mich schon immer ganz selbstverständlich um die Menschen um mich herum gekümmert habe“, sagt Ursula Hauser. Sie ist ein Lübecker Kind. Geboren in der Engelswisch, getauft in St. Jakobi, ihre Kindheit und Jugend hat sie in St. Jürgen verlebt. Als junges Mädchen hat sie im Chor von St. Martin gesungen, ist als Konfirmandin in den Gottesdienst nach St. Jürgen gegangen. Geheiratet haben Ursula und Artur Hauser in St. Philippus auf Marli, später hat die Familie in Karlshof ihr Zuhause gefunden. Seitdem ist St. Stephanus die Hausgemeinde.

Eigentlich wollte Ursula Hauser Lehrerin werden. Der Vater sah das anders und die Tochter suchte sich eine Lehrstelle. „Ich bin Speditionskaufmann“, sagt Ursula Hauser und lacht. Ja, damals hieß das noch so. „Wir waren zwei Frauen im Ausbildungsjahrgang“, erinnert sie sich zurück an die Lehrjahre in einer Spedition in der großen Altefähre. Doch dabei ist es nicht geblieben. Die Liebe zum Wissen und Geschichten hat sich durchgesetzt und Ursula Hauser ist im zweiten Beruf Buchhändlerin. In der Buchhandlung Arno Adler in der Hüxstraße hat sie gelernt und mehr als 30 Jahre lang gearbeitet. „Man muss manchmal ein bisschen warten können, dann erfüllen sich auch Träume“, sagt Ursula Hauser heute.

Bücher sind ihre große Leidenschaft: Neben ihren vielen Terminen und der Büroarbeit, die ihr ehrenamtliches Engagement mit sich bringen, liest Ursula Hauser ein Buch nach dem anderen, vor allem historische Romane mit einem echten Bezug, religiöse Literatur und Biografien.

Gott, die Gemeinde, die Bücher und natürlich ihre Familie: „Ich habe ein tolles Leben und bin so zufrieden und dankbar“, sagt Ursula Hauser. Die Familie, vor allem ihr Mann Artur und der Sohn haben ihr in allem ehrenamtlichen Tun nicht nur den Rücken frei gehalten, sondern sie auch unterstützt und begleitet.

Besonders am Herzen liegt Ursula Hauser das „Forum Ehrenamt“ des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. Hier finden die ehrenamtlich Tätigen in den Projekten, Gemeinden und Diensten und Werken ein Gegenüber. „Ähnlich wie eine Mitarbeitervertretung sind wir da bei Fragen, bieten Informationen und Fortbildungen an“, so Ursula Hauser. Dabei denkt die Vorsitzende langfristig. Im Herbst 2018 wird es einen Abend für Ehrenamtliche geben, in dem es um die „Zukunft des Ehrenamtes“ geht. Dazu werden die Teilnehmenden gemeinsam diskutieren.

Wer Ursula Hauser kennt, weiß, dass es bei der bloßen Diskussion nicht bleiben wird. Sie lässt Worten gern zügig Taten folgen. „Es geht nur weiter, wenn man auch Entscheidungen trifft und handelt“, sagt Ursula Hauser. „In der Gremienarbeit liegen zu einem bestimmten Zeitpunkt alle Fakten auf dem Tisch und sind vordiskutiert. Dann muss es losgehen.“ Dass diese Entscheidungen auch Verantwortung mit sich bringen, ist Ursula Hauser bewusst. „Ja, wer sich ehrenamtlich engagiert, übernimmt auch Verantwortung für andere.“ Gerade das mache das Ehrenamt für sie aus.

Am Sonntag, 10. Dezember 2017 bekommt Ursula Hauser für ihr vielfältiges und jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement die höchste Auszeichnung der Nordkirche. In einem Gottesdienst im Lübecker Dom, der im 10.40 Uhr beginnt, wird ihr Bischöfin Kirsten Fehrs die Bugenhagenmedaille verleihen.