Kurznachrichten

Kirchenkreis: Lichterwellen für verstorbene Kinder, 10.12.2017

Kirchenkreis: Lichterwellen für verstorbene Kinder, 10.12.2017

04.12.2017 - Eine Kerze scheint nur schwach, doch viele Kerzen tauchen am Sonntag, 10. Dezember 2017 die ganze Welt in ein warmes Licht. In Lübeck lädt die St.-Lorenz-Kirchengemeinde ein, in der Propstei Lauenburg veranstalten die Kirchengemeinden St. Petri Ratzeburg, Berkenthin und Siebeneichen Gedenkgottesdienste für verstorbene Kinder.

 Um 19 Uhr lädt die Lübecker Kirchengemeinde St. Lorenz ein, mit dem Entzünden einer Kerze der verstorbenen Kinder zu gedenken. „Diese Stunde wird von verwaisten Eltern und Geschwistern vorbereitet“, sagt Pastorin Bettina von Seidel-Rob. Sie koordiniert die Trauerbegleitung an St. Lorenz Lübeck. Eingeladen sind Familien, in denen ein Kind verstarb. „Ob während der Schwangerschaft, in der Kindheit oder mitten Leben, alle tragen schwer an der Trauer“, weiß Pastorin von Seidel-Rob aus ihrer Arbeit. Einige Eltern bringen die Kerze für ihr Kind mit, oftmals liebevoll gestaltet. „Es gibt aber auch Kerzen in der St. Lorenz-Kirche. Eltern bereiten sie für das weltweite Kerzenleuchten vor“, so von Seidel-Rob.

In der St.-Petri-Kirche in Ratzeburg beginnt der Gottesdienst um 18 Uhr. Er wird von den Pastorinnen Wiebke Keller und Kerstin Engel-Runge und dem Chor „Cantalydie“ unter der Leitung von Desirée Buxel-Krohn gestaltet. Ebenfalls um 18 Uhr beginnt die Andacht in der Maria-Magdalenen-Kirche Berkenthin, die Pastor Wolfgang Runge gestaltet. Es soll ganz bewusst in der Adventszeit mit Eltern, die den Tod eines Kindes betrauern, mit Geschwistern, Angehörigen und Freunden gemeinsam dieser Gedenkgottesdienst gefeiert werden. Im gemeinsamen Beten, Erinnern und Hoffen kann erfahrbar werden, dass sie in ihrer Trauer nicht alleine sind. Im Miteinander kann Raum sein für Vergangenes, Gegenwärtiges, Zukünftiges. In Siebeneichen laden die Pastoren Gabriela und Stefan Wilmer um 19 Uhr in die St.-Johannis-Kirche ein. Es wird miteinander geschwiegen, Musik und Texte gehört.

Hintergrund: Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember stellen betroffene Familien und Freunde auf der ganzen Welt Kerzen in die Fenster, um so an die verstorbenen Kinder zu erinnern. Während die Kerzen in der einen Zeitzone verlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Lichterwelle entsteht, die die ganze Welt miteinander verbindet. Das Licht steht auch für die Hoffnung, dass die Trauer das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel bleiben lässt. Das Licht schlägt Brücken zwischen Menschen. Es versichert die Betroffenen der Solidarität untereinander.