Kurznachrichten

Kirchenkreis: Kircheneintritte - Darum kommen sie zurück, 08.2017

„Ich selbst habe mit Kirche nichts am Hut. Aber eine Gesellschaft ohne die Kirche möchte ich mir nicht vorstellen“, sagte ein Mann am Telefon. „Dieser Grund hat mich berührt“, sagt Pastor Jochen Schultz. Er ist das Gesicht hinter der Eintrittsstelle des Kirchenkreises.

„Ich selbst habe mit Kirche nichts am Hut. Aber eine Gesellschaft ohne die Kirche möchte ich mir nicht vorstellen“, sagte ein Mann mittleren Alters am Telefon. „Dieser Grund hat mich berührt“, sagt Pastor Jochen Schultz. Er ist das Gesicht hinter der Eintrittsstelle des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. Etwa 240 Menschen treten jedes Jahr erneut in die Evangelische Kirche ein. Rund 40 von ihnen kommen über Pastor Jochen Schultz zurück. „In fast allen Fällen gibt es einen konkreten Anlass“, sagt Schultz.

Veränderung im Leben
Die eigene Hochzeit, Kinder und vor allem der Blick auf das Sterben - „Im Bereich der Kasualien, also Amtshandlungen wie Taufe, Trauung und Beerdigung rückt die Kirche wieder in den Fokus“, so Schultz. Aber auch der Eintritt in den Ruhestand oder der Umzug in eine neue Stadt lassen Menschen wieder über Glaube, Gottesdienst und Gemeinde nachdenken. Veränderung öffnet neue Räume – auch zur eigenen Haltung.

Vielfalt in Gemeinschaft
In vielen Einzelgesprächen hat Schultz in den letzten sieben Jahren Lebensgeschichten gehört. „Eine Frau engagiert sich seit einigen Jahren in ihrer Ortsgemeinde, ist aber kein Kirchenmitglied mehr“, erinnert sich Schultz. Das habe sich dabei für die Frau nicht richtig angefühlt, deswegen sei sie auf ihn zugekommen. Die Gemeinschaft der Gläubigen ist immer einmal wieder Grund, zurück zu kommen. „Zwar nehmen viele Menschen den Glauben als Privatsache wahr“, so Schultz, „aber im Laufe des Lebens stellen sie fest, dass zum Glauben die Gemeinschaft gehört.“ Streit oder inhaltliche Diskrepanzen sind Gründe, der Kirche ganz offiziell den Rücken zu kehren. „Immer wieder stellen Menschen fest, dass die Kirche heute Vielfalt nicht nur aushält sondern lebt“, so Schultz. „Darum kommen sie zurück.“

Dagegen sein ist leichter.
Jedem, mit dem Jochen Schultz ein Gespräch über den Wiedereintritt geführt hat, gibt er ein kleines Heft mit. „Zwölf gute Gründe in der Kirche zu sein“ heißt es. „Das ist richtig gut gemacht“, so Schultz. Die Erfahrung zeige, dass Menschen, die sich für den Schritt in die Kirche entscheiden, von ihrem Umfeld angefragt werden. Durchaus kritisch, etwa mit Blick auf die nun anstehende Kirchensteuer. Jedoch zahlt Kirchensteuer nur, wer ein Einkommen bezieht und dafür Lohn-, Kapitalertrag- oder Einkommensteuer entrichtet. Nutzen aber können die Angebote der Kirche alle – egal ob Kirchensteuerzahler, Mitglied oder eben Nicht-Mitglied. „Um für eine Sache argumentieren zu können, muss man sich intensiv damit auseinandersetzen. Dagegen sein ist leichter“, so Schultz.

Deswegen freut es ihn besonders, wenn ihm Menschen sagen „Ohne Kirche möchte ich mir unsere Gesellschaft nicht vorstellen.“ Weitere Infos sowie das pdf „Dazugehören“ mit allen Wiedereintrittsstellen in der Nordkirche als Download gibt es auch online unter www.wiedereintritt.de .