Kurznachrichten

Kirchenkreis: Ausstellung "Oben ohne?" in Lübeck verlängert, 30.07.2017

Kirchenkreis: Ausstellung "Oben ohne?" in Lübeck verlängert, 30.07.2017

31.05.2017 - Die Ausstellung „Oben ohne? Wie die Lübecker ihre sieben Türme retteten“ in der Lübecker Marienkirche wird verlängert. Ursprünglich war das Ende an Pfingsten geplant. Nun ist die Ausstellung noch bis 30. Juli 2017 zu sehen. Der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg hat anlässlich des 75. Jahrestages der Bombardierung Lübecks an Palmarum 1942 einen Blick auf den Wiederaufbau der Innenstadtkirchen geworfen.

Vor kurzem hat der Kirchengemeinderat Hohenhorn die Ausstellung besucht. „Dass den Lübeckern ihre Türme in der damaligen schwierigen Zeit so wichtig waren, finde ich sehr beeindruckend“, sagt Dr. Dorothee Putfarken. „Auch heute engagieren sich, wie auch bei uns in Hohenhorn, viele für den Erhalt der Kirche.“

„Oben ohne?“ ist die erste Gesamtschau auf den Wiederaufbau der großen Lübecker Kirchen. Neben den ungewohnten Ansichten auf die alte Hansestadt sind es auch die detaillierten Infos, die die Ausstellung spannend machen. „Mich hat überrascht, dass sich damals der Staat so stark finanziell für den Wiederaufbau der Kirchen engagiert hat“, sagt Hohenhorns Pastor Dr. Ralf Meyer-Hansen. „Das ist heute viel schwieriger.“

Palmarum 1942: Drei der fünf mittelalterlichen Kirchen brannten während der Bombennacht vollständig aus, ihre Kirchtürme stürzten ein. Ein unermesslicher Schaden, der inmitten der größten menschlichen Not aber eigentlich überhaupt keine Rolle spielen konnte. Mehr als 15 000 Lübecker wurden in dieser Nacht obdachlos, mehr als 300 starben. Die folgenden Kriegs- und Nachkriegsjahre brachten immer mehr Menschen auf ihrer Flucht in die Stadt an der Trave.

Und dennoch: Bereits 1947 formierte sich ein großes Bündnis in der Stadt zur Rettung der Kirchen. Die Marienkirche wurde zu einem großen Symbol: lübsche Herzenssache, religiöses Leuchtfeuer und politisches Statement. 40 Jahre lange haben die Lübecker ihre Kirchen wieder aufgebaut. Seit 1987 steht die Altstadt Lübecks mit ihrer ganz besonderen Silhouette auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes. All das zeigt die Ausstellung „Oben ohne? Wie die Lübecker ihre sieben Türme retteten“.

An acht Stationen erwartet die Besucher vor allem historisches Bildmaterial. Wer heute durch die Altstadt spaziert, kann sich nicht mehr vorstellen, wie Lübeck lange Jahre ausgesehen hat. Erst zwischen 1956 und 1961 wurden die Turmhelme von St. Marien, dem Dom zu Lübeck und St. Petri gebaut. Die Ausstellung zeigt viel unbekanntes Bildmaterial aus verschiedenen Archiven. Dr. Karen Meyer-Rebentisch und Dr. Jan Zimmermann haben „Oben ohne?“ kuratiert. Markus Endreß hat die Ausstellung gestaltet. Die Kirchenbauhütte des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg hat „Oben ohne?“ einen eindrucksvollen Rahmen gegeben. Mehr als vier Meter ragen Baugerüste in die Höhe. Sie halten nicht nur die Ausstellungstafeln, sondern sind auch Symbol für die harte Arbeit über Jahrzehnte. Die Kirchenbauhütte des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg arbeitet seit 1951 an den Kirchen. Die Kriegsschäden sind zwar Geschichte, aber die Arbeit hört nicht auf. Vor einigen Jahren hat der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg die Kampagne „Sieben Türme will ich sehen“ ins Leben gerufen. Sie ist eine gemeinsame Aktion mit den Kirchengemeinden der Innenstadt, um die Türme auch künftig zu erhalten. St. Marien, der Dom, St. Aegidien, St. Jakobi und St. Petri bilden sind eine Dauerbaustelle.

Die Ausstellung „Oben ohne? Wie die Lübecker ihre sieben Türme retteten“ ist bis Ende Juli 2017 zu den Öffnungszeiten der Marienkirche zu sehen. Weitere Infos dazu gibt es auf der Internetseite der Mariengemeinde. Neben dem Marientaler wird kein weiterer Eintritt zur Ausstellung erhoben. Gruppen, die Interesse an einer Führung durch die Ausstellung haben melden sich bei Petra Hänel per E-Mail an phaenel@kirche-ll.de.

Foto:Uwe Brunken