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Krummesse: Pfadfinder-Häuptling Schwetasch fungiert weiter als Pastor, 17.12.2017

Krummesse: Pfadfinder-Häuptling Schwetasch fungiert weiter als Pastor, 17.12.2017

12.12.2017 - Er ist der „Vater“ von rund 6700 Pfadfindern aus 120 Kirchengemeinden der Nordkirche - und das mit Leib und Seele. Ulrich Schwetasch Jetzt hört Ulrich Schwetasch als Pfadfinderhäuptling auf und wird künftig "nur" noch Pastor sein Am Sonntag, 17. Dezember 2017, wird er verabschiedet. Im Friedenslichtgottesdienst um 16 Uhr in der Anscharkirche Neumünster werden rund 1000 Pfadfinder werden erwartet, ebenso Bischof Gothart Magaard.

Grube in Ostholstein, Kirchbarkau im Kreis Plön und jetzt Krummesse bei Lübeck: Nicht gerade die typischen Orte, um die Karriereleiter hochzusteigen. Darum ging es Ulli Schwetasch auch nicht, als der junge Pastor 1984 seine erste Pfarrstelle in Grube antrat. „Da lag die Kinder- und Jugendarbeit völlig brach“, denkt der heute 61-Jährige zurück. Und weil das nicht so bleiben konnte, streifte er sich ein Fahrtenhemd über, lieh er sich ein paar Zelte und fuhr mit Kindern ins Ferienlager. Das sollte der Beginn einer Bewegung werden, welche heute die ganze Nordkirche erfasst hat und bis nach Indien reicht: die evangelischen Gemeindepfadfinder.

Denn diese Idee breitete sich rasant aus, zuerst im benachbarten Grömitz, dann in Husberg bei Neumünster, in Schenefeld bei Hamburg und in Brokstedt (Kreis Steinburg). „Uns ging es um Gemeindeaufbau, wir wollten junge Menschen zu Christen machen und sie darin bestärken, mit dem Ziel, dass sie selbstständig werden und einmal Verantwortung übernehmen“, beschreibt Ulli Schwetasch.

Zwischen seinen nüchternen Worten blitzt das Lagerfeuer durch, riecht man den Rauch, erahnt man Abenteuer, Natur  und Gemeinschaft. Die Faszination dafür hat ihn schon mit 14 Jahren gepackt, als der Arbeitersohn aus einfachen Verhältnissen mit Freunden im Jahr 1969 eine Pfadfindergruppe im Kieler Stadtteil Wellingdorf aufgebaut hat. „Die Kirchengemeinde war für uns eine Heimat, wo wir was machen durften und gleichzeitig fromm sein - ohne dass es jemand komisch vorkam“, erinnert sich Schwetasch.

Zeitsprung in die 90er Jahre: Die ersten Gemeindepfadfinderstämme in Schleswig-Holstein schließen sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, tauschen ihre Erfahrungen aus. Hauptsächlich um finanzielle Förderung zu erhalten, gründen sie schließlich 1996 einen Verband, den Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder (REGP). „Gremien, Satzungen, damit haben wir uns schwer getan, wir wollten doch eine kreative Bewegung sein“, sagt Schwetasch. Doch im Nachhinein bereue er diesen Schritt nicht. Trotz einiger fester Regeln, entwickeln sich die Gemeindepfadfinder stetig weiter.

In Zukunft allerdings ohne Ulli Schwetasch. „Ich bin alt genug zu gehen“, gibt er zu bedenken. „Nicht mehr diese Gesamtverantwortung in der Nordkirche zu tragen, das entlastet mich schon sehr.“ Sicherlich, in seiner Kirchengemeinde Krummesse will er sich als Pastor weiterhin mit den Kindern und Jugendlichen in den Matsch schmeißen, die Natur entdecken und zur Gitarre am Lagerfeuer singen. „Ich möchte, dass sie die Wärme in der Gemeinde erfahren, und ich möchte weitergeben, was mich bis heute trägt.“ Darüber hinaus wird Schwetasch als Vertretungspastor im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg fungieren.

Foto: In seinem Amtszimmer hat Pastor Ulli Schwetasch sich eine Pfadfinderecke mit vielen Andenken eingerichtet.