Kurznachrichten

St. Petri, Lübeck: Petrivisionen-Reihe: Störungen, ab 06.05.2017

Petrivisionen: Meist am ersten Samstag eines Monats um 23 Uhr, lädt St. Petri zu Lübeck zur den Petri-Visionen ein. Die nächste ist am 06.05.2017 zum Thema "Lust".

Wir haben es gern, wenn alles nach Plan verläuft. Wenn es ruhig bleibt. Wenn wir wissen, woran wir sind. Störungen sind nicht willkommen. Störungen sind Abweichungen von der Norm. Wenn jemand radikal anders denkt, handelt und empfindet, gilt er als gestört. Störungen können durchaus Leiden sein, mit denen man sich selbst und andere gefährdet. Störungen sind aber oft genug auch notwendige Impulse, um Änderungen zu bewirken. Die Propheten der Hebräischen Bibel waren Störer aus Berufung. Wenn ein modernes Bildwerk unsere Sehgewohnheiten nicht wenigstens ein bisschen stört, dann ist es wahrscheinlich Dekoration und nicht Kunst. „Störungen haben Vorrang“ heißt eine Kommunikationsregel in der Themenzentrierten Interaktion. Fünfmal zu nächtlicher Stunde wenden sich die Petrivisionen in vielstimmigen Performances den Störungen in Kunst und Kultur, in Politik, Gesellschaft, Religion und im Reich der Seele zu. Eine Kooperation des St. Petri Kuratoriums mit dem Zentrum für Integrative Psychiatrie der Universität zu Lübeck.

Termine:

Sonnabend, 4. März 2017, 23 Uhr: „Kunst“
Sonnabend, 1. April 2017, 23 Uhr: „Angst“
Sonnabend, 6. Mai 2017, 23 Uhr: „Lust“
Sonnabend, 3. Juni 2017, 23 Uhr: „Geist“
Sonnabend, 1. Juli 2017, 23 Uhr: „Selbst“

 

Hintergrund: Was sind die Petri-Visionen?

Die alten Zeugnisse der Religion und der kritische Geist der Gegenwart: das ist nicht unbedingt ein Widerspruch. In den Petrivisionen begegnen die Welten einander in einer performativen Inszenierung. Zehnmal im Jahr – zumeist am ersten Samstag eines Monats – zur späten Stunde, um 23 Uhr, wird die Religion, werden Sinn- und Lebensfragen zum Thema. Nicht als Gottesdienst im klassischen Sinne, sondern als ein sinnlicher, vielstimmiger Themenabend für aufgeklärte Zeitgenossen. Eine beeindruckende Lichtinstallation, alte und neue Musik, Lyrik, Tanz und szenische Spiele im ganzen Kirchenraum bestimmen die Gestaltung und setzen inhaltliche Akzente. Drei kurze Impulse, religiöse, philosophische und wissenschaftliche Reden verbinden alte Motive und neue Fragen. Stimmen aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens kommen zu Wort. Nach einer intensiven Stunde bleibt noch Zeit zum Verweilen, zum angeregten Gespräch bei Brot und Wein.