Kurznachrichten

Veranstaltungen in
Brunstorf
26.11.2017 10:00 Uhr
Gottesdienst
Pastorin Angelika Gogolin
Ort: Kirchweg 5, 21524 Brunstorf
03.12.2017 10:00 Uhr
Familiengottesdienst
Pastorin Angelika Gogolin
Ort: Kirchweg 5, 21524 Brunstorf
10.12.2017 10:00 Uhr
Gottesdienst
Prädikantin Stürzer
Ort: Bornweg 30, 21521 Dassendorf

Geschichte der Kirchengemeinde Brunstorf

Brunstorf St Elisabeth KircheDas Dorf Brunstorf wird urkundlich erstmals 1299 erwähnt und ist im Zuge der Rodung und Besiedlung des östlichen Teils des Sachsenwalds wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts angelegt worden. Eine Kirche in Brunstorf wird erstmals 1319 in der Taxe des Ratzeburger Bischofs erwähnt, aber sie dürfte wohl schon zeitgleich mit dem Dorf entstanden sein und war der Mittelpunkt eines Kirchspiels, das neben dem Kirchdorf auch die Dörfer und Siedlungen Havekost, Schwarzenbek, Dassendorf, Friedrichsruh und Aumühle umfasste.

Die große Ausdehnung des Kirchspiels führte dazu, dass schon sehr früh in Kröppelshagen, Dassendorf und Havekost Kapellen errichtet wurden, von denen mindestens zwei schon 1319 bestanden. Mit Ausnahme von Schwarzenbek, das 1605 als eigenständige Parochie abgetrennt wurde, behielt das Kirchspiel Brunstorf seine Größe bis in das 20. Jahrhundert bei. Erst die zunehmende Besiedlung des östlichen Randgebiets des Sachsenwalds im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert führte eine Veränderung herbei, als 1910 Aumühle mit Friedrichsruh und Billenkamp als selbständige Kirchengemeinde abgeteilt wurde. Vor dem 16. Jahrhundert gibt es nur sehr wenige Nachrichten über die Kirche in Brunstorf. 1518 wird ein Geistlicher namens Werner Hachenborg erwähnt, der sich im Streit zwischen Herzog Magnus I. und dem Ratzeburger Bischof Bergmeier von Ratzeburg auf die Seite seines Landesherrn stellte. Der erste nachweislich lutherische Prediger, Andreas Wolf, wird 1545 erwähnt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kirchspiel Brunstorf durch Truppendurchzüge in Mitleidenschaft gezogen. 1627 wurden die Pfarrhäuser in Brunstorf und Schwarzenbek durch Tillys Truppen niedergebrannt.

Die St.-Elisabeth-Kirche

Die alte St.-Elisabeth-Kirche war 1777 so baufällig geworden und vom Einsturz bedroht, dass sie abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden musste. Es entstand ein Backsteinsaalbau auf einem Feldsteinsockel mit Rundbogenfenstern. Als Glockenträger dient ein polygonaler hölzerner Aufsatz mit einem Spitzhelm über dem Westgiebel. Der Innenraum ist mehrfach verändert worden. 1858 wurde unter der Leitung von Landesbaumeister Carl August Wilhelm Lohmeyer eine Holzkonstruktion im Tudorstil eingebaut, durch welche das Kirchenschiff in eine dreischiffige Halle umgewandelt wurde. Bei der Renovierung 1971/72 wurde der Innenraum erneuert. Der neugotische von 1860 Kanzelaltar wurde wegen seines schlechten baulichen Zustands entfernt und durch einen freistehenden Altartisch aus einem Ziegelsockel mit einer Eichenplatte sowie einer schlichten Kanzel aus Eichenholz ersetzt. Beides sind Werke des Nürnberger Bildhauers Heinz Heiber, der auch für die Ostwand eine kreuzförmige Platte aus Lindenholz schuf. In diese sind ältere Schnitzfiguren integriert wurden, die wohl von Altar des 15. Jahrhunderts stammen: zwei Apostelfiguren, eine Anna Selbdritt und eine barocke Darstellung des Christus Triumphator. Aus der Vorgängerkirche stammt auch der Taufengel aus dem Jahr 1738. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde er 1970/71 restauriert und über dem Taufstein aufgehängt.

Die Versöhnungskirche in Dassendorf

Dassendorf besaß im Mittelalter eine dem heiligen Vitus geweihte Kapelle, die aber 1614 so verfallen war, dass sie aufgegeben wurde. Durch den Zuzug von Flüchtlingen und ausgebombten Hamburgern stieg die Bevölkerungszahl Dassendorfs nach dem Zweiten Weltkrieg rasant von 300 (Stand 1939) auf fast 2.500 Menschen an. Gottesdienste, Bibelstunden und Konfirmandenunterricht fanden zunächst in der Schule und in der Gastwirtschaft statt. Weil das kein Dauerzustand sein konnte, beschloss der Kirchenvorstand von Brunstorf 1958 den Bau einer Kirche in Dassendorf und erwarb von der Kommunalgemeinde durch Tausch das Grundstück am Mühlenweg/Ecke Bornweg. Nach den Plänen des Architektenehepaars Barbara und Wolfgang Vogt wurde 1960 die Kirche gebaut, die  auf Wunsch der Gemeinde den Namen Versöhnungskirche bekam. Der Name drückt die Hoffnung und den Wunsch nach Versöhnung zwischen den Völkern nach den Gräueln und der Schuld des Zweiten Weltkrieges aus.
Das Innere der Kirche ist gradlinig und schlicht gestaltet, so dass das von dem Kieler Maler Alfred Roß geschaffene Altarkreuz und die vier Bundglasfenster zu den Themen Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten gut zur Geltung kommen. Auch das Altarkreuz wurde von Alfred Roß gestaltet. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde das Dassendorfer Kirchenzentrum durch weitere Gebäude komplettiert. 1976 wurden Kindergarten und Küsterhaus errichtet, und 1989 wurden an der Südseite der Kirche Gemeinderäume angebaut.

Dieser Text ist ein verkürzter Auszug aus dem Bildband  „Salz der Erde – Licht der Welt – Evangelisch-Lutherische Kirche zwischen Trave und Elbe“ mit Texten von Dr. Claudia Tanck und Fotografien von Manfred Maronde. Das Buch ist 2016 im Hinstorff-Verlag in Rostock erschienen und kann zum Preis von € 29,99 in den Kirchenkreisverwaltungen in Lübeck und Ratzeburg sowie im örtlichen Buchhandel bezogen werden.